Hilfe bei Makuladegeneration AMD durch eine spezielle Brille

Eine spezielle Brille soll Abhilfe bei Makuladegeneration schaffen, durch eine Korrektur der Achsabweichung, die Optimierung des Gesichtsfeldes und einer verbesserte Sehschärfe und Kontrastwahrnehmung. Sie wird bereits seit einigen Jahren von Augenoptikern empfohlen. Doch was taugt eine solche Brille wirklich? Hier erfahren Sie es.

Chancen und Risiken einer speziellen Brille Makuladegeneration (Fotolia)

Chancen und Risiken einer speziellen Brille bei Makuladegeneration (Fotolia)

Die Makuladegeneration ist in Deutschland die Hauptursache für Erblindung im höheren Lebensalter. Dabei sind mehr oder weniger große Areale der Netzhaut des Auges geschädigt. Es kommt zu Einschränkungen des Sehfeldes. Bestimmte Bildinhalte sind nicht mehr sichtbar, gerade Linien stellen sich den Betroffenen bogenförmig oder genickt dar. Leider sind die Therapiemöglichkeiten begrenzt, sowohl medikamentöse als auch chirurgische Behandlungen brachten bislang nicht den erhofften Durchbruch.

Eine Brille bei Makuladegeneration – Echte Hilfe oder Trugschluss?

Die theoretischen Ansätze erscheinen dem Patienten zunächst einmal schlüssig und nachvollziehbar. Das Auge dient mit seinen Rezeptoren der Netzhaut dazu, Licht zu empfangen und die Informationen an das Gehirn weiterzuleiten. Das eigentliche Sehen findet jedoch im Gehirn statt. Eine leichte Achsabweichung der Augen bewirkt, dass von den Augen aufgenommene Bilder nicht mehr deckungsgleich an das Gehirn gesendet werden können. Dies führt zu einer Mehrbelastung des Gehirns, um dennoch die beiden Bilder zu einem einzigen zu vereinen.

Mit einer Brille soll bei Makuladegeneration das Gehirn bei seiner Arbeit unterstützt und entlastet werden. Dem Gehirn soll es dadurch möglich sein, eine bessere Regulation des Auges zu erzielen. Eine Regeneration der Augen, die gewissermaßen ein Teil des Gehirns sind, ist ebenfalls das Ziel derartiger Bemühungen.

Chancen und Risiken einer speziellen Brille Makuladegeneration (AMD) (Fotolia)

Chancen und Risiken einer speziellen Brille bei Makuladegeneration (AMD) (Fotolia)

Bei einer Makuladegeneration sind mehr oder weniger große Regionen der Netzhaut zerstört, so dass diese keine Lichtreize mehr an das Nervensystem leiten können. Daher kam die Idee auf, das empfangene Bild mittels einer Brille auf die noch intakten Bereiche der Makula umzuleiten. Die Gläser solcher Brillen werden mit einem Prismenschliff versehen. Darüber hinaus besitzen diese eine kontrastverstärkende Beschichtung.

Die Versprechungen der Hersteller solcher Brillen sind hoch. Neben einer Optimierung des Gesichtsfeldes sollen diese Brillen auch zu einer verbesserten Sehschärfe und Kontrastwahrnehmung führen. Die Regulationsmechanismen des Auges werden entlastet. Die Folge ist eine Regeneration der Augen, die wiederum das Fortschreiten der Makuladegeneration verhindern soll.

Die Brille bei Makuladegeneration in der Realität

Soweit die Theorie. Eine Brille mit den genannten Eigenschaften wäre für Patienten mit Makuladegeneration ein wahrer Segen. In der Praxis ist die Wirkung dieser Brillen eher ernüchternd.

Bei der Makuladegeneration, sowohl bei der feuchten als auch trockenen Form, handelt es sich schließlich nicht um ein optisches Problem. Physiologisch betrachtet liegt eine Durchblutungs- und Stoffwechselstörung der Makula vor. Es erscheint daher unmöglich, durch das Aufsetzen einer Brille den Stoffwechsel des Körpers regulieren zu wollen. In der logischen Konsequenz müssten dann auch Arteriosklerose und andere Durchblutungsstörungen der Gewebe in ihrem Krankheitsverlauf durch diese Brille positiv beeinflusst werden. Ein solcher Heilung versprechender Mechanismus kann und wird leider nicht funktionieren.

Es gibt andererseits Anwendungsgebiete, bei denen Prismenbrillen neben einer geeigneten Therapie durchaus eine ergänzende Hilfe darstellen. Als Beispiel sei die Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche) genannt. Hier handelt es sich aber um eine Störung, die mit der Bildverarbeitung im Gehirn zusammenhängt und das Lesen erschwert, also ein visuelles Problem.

Fazit: Makuladegeneration Brille – passt das zusammen?

Bei Makuladegeneration kann das Tragen einer Brille Ihnen durchaus helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Sie kann die Orientierung erleichtern und die Lebensqualität günstig beeinflussen – mehr leider auch nicht. Eine Brille kann nur auf optischem Wege korrigierend wirken. Bei der Makuladegeneration handelt es sich aber um eine Durchblutungs- und Stoffwechselstörung des Auges.

Die Umstellung der Lebensweise bringt Ihnen somit weit mehr als das Tragen einer Brille. Wenn Sie auf eine gesunde Ernährung achten und auf Alkohol und Nikotin verzichten, sind Sie auf dem besten Wege, den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

Über eine naturheilkundliche Augentherapie bei der Makuladegeneration und anderen schweren Augenleiden erhalten Sie hier zusätzliche Informationen.

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