Ursachen der Makuladegeneration erkannt: Alarm-Enzym entdeckt

US-Forscher identifizieren ein Enzym als mögliche Ursache der Makuladegeneration AMD (Fotolia)

US-Forscher identifizieren ein Enzym als mögliche Ursache der Makuladegeneration AMD (Fotolia)

Medizinern in den USA ist es gelungen, den Auslöser für die AMD (oder altersbedingte Makuladegeneration) zu identifizieren. Und damit gibt es neue Hoffnung für an AMD leidende Patienten. Wie das renommierte Fachmagazin „Nature Medicine“ berichtet, ist es Medizinern in den USA gelungen, den Auslöser für die Makuladegeneration zu identifizieren. Wenn sich die Ergebnisse ihrer Forschung bestätigen, halten sie möglicherweise den Schlüssel für eine erfolgreiche Bekämpfung dieser heimtückischen Krankheit in ihrer Hand.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen, die zur Erblindung führen können. Jeder dritte der über 60-Jährigen ist in Deutschland betroffen,
 weltweit sind es ca. 180 Millionen Menschen. Über die Ursachen der Makuladegeneration gab es bislang keine gesicherten Erkenntnisse.

Die lange Suche nach den Ursachen der Makuladegeneration

Während die pathologischen Aspekte und der Krankheitsverlauf inzwischen gut verstanden sind, bleiben die Ursachen der Makuladegeneration bisher im Dunklen. Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) kommt es allmählich zu einer Zerstörung der Pigmentepithelzellen in der Makula. Das ist eine Zellschicht in unserer Netzhaut im Auge, die über ihre Gefäße die lichtempfindlichen Photorezeptoren mit wichtigen
 Nährstoffen versorgt. Sterben diese ab, können an den betroffenen Stellen keine oder nur verminderte Lichteindrücke aufgenommen und verarbeitet werden.

Selbst jahrzehntelange Forschungen brachten bisher nicht den erhofften Durchbruch, um die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) erfolgreich behandeln zu können. Es ist lediglich möglich, das Fortschreiten der Krankheit bis zu einem gewissen Maße aufzuhalten. Neue Versuche, die beschädigten Zellen mit Stammzellen zu ersetzen, stecken noch in den Kinderschuhen. Es scheitert einfach an der Kenntnis der Ursachen der Makuladegeneration.

Forscher identifizieren Alarm-Enzym als Auslöser der AMD

Wissenschaftler um Nagaraj Kerur von der University of Virginia (Charlottesville, USA) ist es nun gelungen, einen großen Fortschritt bei der Entschlüsselung des Mechanismus zu erzielen, der als 
einer der Ursachen der AMD verantwortlich zeichnet. Sie beobachteten, dass bei betroffenen Patienten bestimmte Botenstoffe in der Netzhaut und Makula vermehrt auftreten. Als die Mediziner diesen ersten Hinweis näher verfolgten, kamen sie zu einem überraschenden Ergebnis.

Es scheint, als ob ein bestimmtes Enzym die Makuladegeneration als erster Baustein in der Netzhaut eine Kaskade auslöst. Dieses Enzym hat normalerweise die Funktion, das Immunsystem gegen Eindringlinge zu schützen. Es arbeitet dabei wie ein Sensor, der auf das Vorhandensein fremder DNA reagiert. Die Forscher fanden nun heraus, dass der Sensor des Enzyms cGAS – so sein Name – auch bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) aktiv wird.

Forscher identifizieren ein Alarm-Enzym als mögliche Ursache der Makuladegeneration AMD (Fotolia)

Forscher identifizieren ein Alarm-Enzym als mögliche Ursache der Makuladegeneration AMD (Shutterstock)

Seniorautor Jayakrishna Ambati von der University of Kentucky (USA) sagt dazu: „Es ist wirklich überraschend, dass cGAS bei Makuladegeneration aktiviert wird – obwohl die Krankheit nichts mit Viren oder Bakterien zu tun hat, soweit wir wissen.“

Trotzdem springt dieses Alarm-Enzym an, richtet sich gegen das eigene Immunsystem und zerstört Gefäße und Zellen der Netzhaut in den Augen. Die Mediziner vermuten, dass diese „Selbstzerstörung“ im Falle der Makuladegeneration auf eine irrtümliche Reaktion des Enzyms cGAS auf die RNA des eigenen Organismus beruht.

„Zum ersten Mal kennen wir damit eines der ersten Ereignisse, die das System in Alarmbereitschaft versetzt und – um es salopp auszudrücken – es zum Hyperventilieren bringt“, erklärt Ambati.

Neue Hoffnung und erste Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Therapie bei AMD

Wenn sich die Erkenntnisse der Forscher hinsichtlich der Ursachen der Makuladegeneration manifestieren, könnte dies zu einer bahnbrechenden Entwicklung neuer Therapieansätze führen. Falls es tatsächlich ein Enzym ist, dass für die Ursache der altersbedingten Makuladegeneration verantwortlich ist, sind die Forscher sich sicher, dass relativ schnell ein geeignetes Medikament
zur Behandlung der AMD gefunden wird. Dazu ist es nötig, ganz gezielt Moleküle zu generieren, die die Funktion des cGAS blockieren. Nagaraj Kerur und sein Team sind da sehr zuversichtlich, da es schon Wirkstoffe gibt, die Enzyme auf spezifische Weise gezielt deaktivieren können.

Für dieses ehrgeizige Ziel setzen die Wissenschaftler auf Wirkstoffbibliotheken und ein computergestütztes Molekül-Design. Das Resultat ist dann die Synthese eines Wirkstoffes, der als Blockade gegen das Enzym cGAS fungiert. Der große Vorteil: Mit diesem Enzym-Blocker ist es möglich, frühzeitig in den Krankheitsprozess einzugreifen. Damit besteht die reale Chance, die altersbedingte Makuladegeneration schon im Frühstadium zu therapieren.

Die Suche nach dem geeigneten Blockade-Molekül wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Es werden zunächst weitere Studien, Tierversuche und Tests am Menschen folgen. Bei einem positiven Resultat
ist davon auszugehen, dass die Ursachen der Makuladegeneration erfolgreich verifiziert wurden und
damit ein wirksames Mittel gegen diese Augenkrankheit gefunden wird.

Anmerkung dazu von Augenakupunktur Noll

Mit großem Interesse haben wir gelesen das die Wissenschaft wieder einen Schritt weiter ist bei der Erforschung dieser Erkrankung des Auges. Auch, wenn noch einige Zeit vergehen wird bis die Medizin soweit ist, dass ein geeignetes Mittel auf dem Markt kommt um die Makuladegeneration aufzuhalten und die Symptome zu lindern.

Mit den momentanen Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen, grade für Patienten mit der trockenen Makuladegeneration sind wir mehr als zufrieden. Mit dem Konzept der Akupunktur-Therapie konnten wir in der Praxis bei vielen Patienten eine signifikante Verbesserung der Makula und der Sehkraft erzielen. Das Therapie-Konzept besteht aus:

Außerdem analysieren wir die Ernährungsgewohnheiten des Patienten. Die Ernährung bei Makuladegeneration und eine ausgewogenen Vitaminversorgung sind Bestandteil der Behandlung.

 

 

 

Kommentare
  1. Gerd Ruhland

    Hallo Frau Noll,
    ich hatte schon irgendwo von diesen neuen Forschungsergebnissen gelesen. Sehr interessant, kommen aber in meinem Fall wohl etwas zu spät. Darüber können wir ja nächste Woche sprechen.
    Viele Grüße
    Gerd Ruhland

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  2. Anna Garrecht-Posselt

    Sorry, aber es wird überwiegend von einer altersbedingte AMD.. gesprochen obwohl bekannt ist das auch jüngere d.h. noch Arbeitsfähige Menschen betroffen sind.
    Auch ist nicht nachzuvollziehen dass gewisse Untersuchungen die zur Diagnosefindung dienen, aus der eigene Tasche bezahlt werden dürfen!!
    Es ist in Augenerztekreise bekannt und diese schlagen auch schon länger allarm.,dass Maculadegeneration schon längst statistich den grauen Starr überholt hat. Doch die Krankenkasse wollen anscheinend nichts davon Wissen, „nur nicht schlafende Hunde wecken“, es würde warscheinlich eine Lawine auslösen.
    Ich dachte auch lange, altersbedingte Sehschwäche…..was habe ich Geld in Sehbrillen verschwendet, und musste feststellen dass Lichtverhältnisse und Stress eine große Rolle bei dieser Erkrankung sind auch ist überwiegende Bildschirmarbeit nicht gerate förderlich.
    Aber solange keine Anerkennung durch Krankenkassenvereinigungen statt findet, d.h. die Forschung unterstützen und im Abrechnungskatalog die Diagnose ordentlich augenehmen., sehe ich für uns betroffene eher Trostlosigkeit bzw. HOFFNUNGSLOSIGKEIT.
    Andere lassen sich womöglich noch Läsern, was eigentlich fatal ist.
    Hoffen wir auf Einsicht, den nur wenn in die „Tasche“gegriffen wird, und mehr Geld zur Verfügung gestellt wird können wir zumindest auf „Verlangsamung bzw. Stillstand der Erkrankung hoffen. Unsere Wissenschaftler sind gewiss nicht dümmer als …es fehlen einfach die Mitteln, in der Verteilung läuft einfach einiges schief!!!

    Das wäre eigentlich ein Beginn.

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